Schnupfen bei Kindern
Erst läuft die Nase, dann schwillt sie zu: Schnupfen ist eines der häufigsten Erkältungssymptome bei Kindern. Doch was befreit die verstopfte Nase? Wie können Inhalationen helfen? Und was sollte man bei der Anwendung von Schnupfensprays bei Kindern beachten?
Was hilft bei Schnupfen?
Schnupfen ist auch für kleine Erkältungspatienten eine echte Belastung. Die Erkältungserreger lösen eine Entzündungsreaktion der Nasenschleimhaut aus, die sich zunächst durch Fließschnupfen und später durch eine verstopfte Nase zeigt. Um den Genesungsprozess zu unterstützen, haben sich folgende Maßnahmen bewährt:
Körperliche Ruhe und ausreichend Schlaf: So kann das Immunsystem alle Ressourcen für die Abwehr der Erreger nutzen und die Erkältung wird nicht unnötig verschleppt.
Viel trinken: Eine ausreichende Trinkmenge hält die Schleimhäute feucht und unterstützt die Schleimlösung in den Atemwegen. Für Kinder im Alter von 4 bis 10 Jahren wird eine tägliche Trinkmenge von etwa 4 Gläsern empfohlen. Geeignet sind neben Wasser auch ungesüßte Kräutertees. Eine warme Hühnerbrühe tut ebenfalls gut und liefert eine Extra-Portion Flüssigkeit. Babys sollten möglichst oft gestillt werden.
Nasensauger bei Babys: Babys und Kleinkinder können sich noch nicht schnäuzen. Daher können Nasensauger hilfreich sein, um die Sekrete durch die Erzeugung eines Unterdrucks aus der Nase zu saugen.
Raumluft anfeuchten: Hängen Sie feuchte Tücher im Kinderzimmer auf und stellen Sie im Winter ein Schälchen mit Wasser auf die Heizung.
Wasserdampf-Inhalationen sind für ältere Kinder geeignet: Das Einatmen der warmen Dämpfe löst die Sekrete in den Atemwegen. Kinder dürfen nur unter Aufsicht inhalieren. Nach dem Inhalieren sollte sich Ihr Kind im Bett ausruhen.
Kurze Spaziergänge: Sofern kein Fieber besteht, spricht nichts dagegen, dass Sie mit Ihrem Kind kurz nach draußen gehen – im Gegenteil: Die frische Luft hilft ebenfalls, die Schleimhäute feucht zu halten.
Welche traditionellen Hausmittel für die Anwendung bei Kindern geeignet sind, erfahren Sie hier.
Gut zu wissen: Neugeborene und Säuglinge können noch nicht durch den Mund atmen. Schon ein leichter Schnupfen kann zu Atembeschwerden führen und die Nahrungsaufnahme behindern. Kontaktieren Sie rechtzeitig Ihren Kinderarzt.
Schnupfenmittel für Kinder
Bei Schnupfen können Nasensprays auf Basis von Salzwasserlösungen oder solche mit einem abschwellenden Wirkstoff infrage kommen. Auch geeignete Erkältungssalben können zum Einsatz kommen. Welche Präparate in welcher Dosierung geeignet sind, hängt vom Alter Ihres Kindes ab. Wie sich die verschiedenen Schnupfenmittel unterscheiden und was Sie bei der Anwendung beachten sollten:
Nasensprays auf Basis einer isotonen Kochsalzlösung dienen der Befeuchtung und sanften Reinigung der Nasenschleimhäute. Sie sind in der Regel gut verträglich und können auch über einen längeren Zeitraum angewendet werden. Da es nicht ganz leicht ist, die richtige Salzkonzentration zu treffen, sollte man die Lösung besser nicht selbst herstellen, sondern auf Präparate aus der Apotheke zurückgreifen.
Bei verstopfter Nase schaffen Nasensprays oder -tropfen mit einem abschwellenden Wirkstoff (z. B. Xylometazolin, Oxymetazolin) schnell Erleichterung. Allerdings dürfen solche Präparate bei Kindern nur mit Bedacht angewendet werden und der Einsatz sollte vorher mit dem Arzt abgesprochen werden. Es gibt unterschiedliche Präparate mit angepasster Dosierung für verschiedene Altersstufen (z. B. Babys, Kleinkinder, Schulkinder) – diese Altersangaben müssen unbedingt eingehalten werden, da es sonst schnell zu einer Überdosierung mir schwerwiegenden Folgen kommen kann. Wichtig ist auch, bei der Anwendung ganz genau auf die richtige Menge (z. B. nur ein Tropfen) zu achten. Grundsätzlich ist die Anwendung auf wenige Tage beschränkt, da sich ansonsten Gewöhnungseffekte einstellen können und sich die Nase dauerhaft verstopft anfühlt.
Auch Salben zum Einreiben oder Inhalieren sowie Erkältungsbäder werden gerne zur Schleimlösung in denr Atemwegen eingesetzt. Bei Kindern ist hier allerdings Vorsicht geboten: Denn Präparate, die ätherische Öle wie z. B. Kampfer-, Eukalyptus-, Thymian- oder Pfefferminzöl (Menthol) ) enthalten, können für Babys und kleine Kinder schnell gefährlich werden. Unverdünnt können schon kleinste Mengen dieser Öle lebensbedrohliche Verkrampfungen und Erstickungsanfälle hervorrufen. Verwenden Sie daher nur Präparate, die speziell für die Anwendung bei Säuglingen und Kleinkindern ausgewiesen sind und lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder Apotheker beraten.
Gut zu wissen: Erkältungsschnupfen wird in den meisten Fällen durch Viren (z.B. Rhinoviren) ausgelöst. Antibiotika sind daher wirkungslos. Wenn es im Rahmen des viralen Infekts zu einer Zweitinfektion mit Bakterien gekommen ist (z. B. bei Mittelohrentzündung) kann der Arzt eine Behandlung mit Antibiotika verordnen.
Wann zum Arzt?
Bei Kindern entwickelt sich aus einem Schnupfen leicht eine Mittelohrentzündung. Fieber und Ohrenschmerzen sind wichtige Warnzeichen, die vom Kinderarzt abgeklärt werden sollten. Wenn Erkältungssymptome bei Babys oder Kleinkindern auftreten, sollten Sie Ihren Kinderarzt immer und frühzeitig um Rat fragen.
Warnzeichen, die in jedem Fall einen Arztbesuch erfordern sind u. a.:- Fieber bei Säuglingen und hohes Fieber bei älteren Kindern
- Ohrenschmerzen
- Halsschmerzen mit Hautausschlag und Fieber
- Kopfschmerzen und starke Abgeschlagenheit
- Atembeschwerden
- Gelblich-grünlicher Auswurf
- Verschlimmerung oder ausbleibende Besserung der Beschwerden
Erkältung bei Kindern: Tipps
- 1 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/grundlagen/index.html
- 2 https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.html
- 3 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/forschungsansaetze/index.html
- 4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1564025/



















