Erkältung: Was hilft?
Eine einfache Erkältung lässt sich in der Regel gut selbst behandeln. Damit die körpereigene Abwehr ihre volle Leistung bringen kann, ist es in erster Linie wichtig, sich zu schonen und viel zu trinken. Zur Linderung von Erkältungssymptomen stehen geeignete Medikamente zur Verfügung. Erfahren Sie hier mehr zur Behandlung.
Was hilft bei Erkältung?
Wer erkältet ist, sollte zunächst einmal einen Gang zurückschalten und seinem Körper die nötige Ruhe gönnen. Denn nur dann kann das Immunsystem alle Kräfte mobilisieren, um die Erkältungserreger zu bekämpfen und den Infekt richtig auszukurieren. Mit den folgenden nicht-medikamentösen Maßnahmen können Sie Ihre Selbstheilungskräfte unterstützen:
Körperliche Schonung: Vermeiden Sie bei einer Erkältung jede körperliche Anstrengung, sei es durch Arbeit, Sport oder Tätigkeiten im Haushalt. Achten Sie auch darauf, dass Sie ausreichend schlafen. Denn zu wenig Schlaf schwächt die Abwehr und ist jetzt kontraproduktiv. Eine echte Bettruhe ist jedoch nur bei Fieber nötig.
Ausreichende Flüssigkeitszufuhr: Unterstützen Sie die Schleimlösung in den Atemwegen, indem Sie ausreichend trinken. Erwachsene, die ansonsten gesund sind, sollten mindestens 1,5 Liter pro Tag trinken. Bei älteren Menschen mit Herz- oder Nierenerkrankungen kann eine niedrigere Trinkmenge angezeigt sein. Fragen Sie dazu im Zweifel Ihren Arzt. Stilles Wasser oder warme Kräutertees (z. B. Kamille, Lindenblüten) sind empfehlenswert – oder Sie greifen direkt zu speziellen Arzneitees, die bewährte Kräutermischungen in gleichbleibender Dosierung enthalten. Eine heiße Milch mit Honig oder eine warme Hühnerbrühe zwischendurch können für etwas Abwechslung sorgen und tragen ebenfalls zum Flüssigkeitshaushalt bei.
Inhalieren: Inhalationen werden ebenfalls bei Erkältungskrankheiten empfohlen, da durch das Einatmen der warmen Dämpfe der festsitzende Schleim in den Atemwegen besser verflüssigt und gelöst werden kann.
Darüber hinaus können weitere nicht-medikamentöse Maßnahmen wie z. B. das Lutschen von Husten- oder Halsbonbons sowie einige traditionelle Hausmittel hilfreich sein.
Erkältungsbeschwerden lindern
Ausgewählte rezeptfreie Medikamente können Symptome wie Schnupfen, Husten und erkältungsbedingten Schmerzen (z. B. Hals-, oder Kopfschmerzen) zuverlässig lindern. Die Auswahl des Präparats sollte sich an den bestehenden Symptomen orientieren. Liegen mehrere Erkältungsbeschwerden gleichzeitig vor, kann ein Kombinationspräparat sinnvoll sein, das mehr als einen Wirkstoff enthält und gegen mehrere Symptome gleichzeitig hilft.
Nasensprays oder -tropfen mit Wirkstoffen wie Xylometazolin oder Oxymetazolin bewirken eine Abschwellung der Nasenschleimhäute und befreien die verstopfte Nase bei Erkältungen schnell und zuverlässig. Wichtig ist, dass entsprechende Präparate nur kurzzeitig (einige Tage) angewendet werden dürfen, da ansonsten Gewöhnungseffekte auftreten können.
Nasensprays auf Basis von Kochsalzlösungen haben zwar kaum abschwellende Effekte, unterstützen jedoch die Befeuchtung und Reinigung der Schleimhäute und können ebenfalls gute Dienste leisten.
Gut zu wissen: Abschwellende Wirkstoffe wie Pseudoephedrin und Phenylephrin sind auch in Form von sogenannten Kombinationspräparaten (spezielle Erkältungsmittel) zum Einnehmen erhältlich. Sie können zum Einsatz kommen, wenn zusätzlich zum Schnupfen weitere Erkältungssymptome (z. B. Kopf- und Gliederschmerzen) behandelt werden sollen.
Bei produktivem Husten können Hustenlöser eingesetzt werden, um die Sekrete in den Atemwegen zu lösen und das Abhusten zu erleichtern. Es stehen verschiedene Wirkstoffe wie Ambroxol, Acetylcystein, Efeu oder Thymian zur Verfügung. Bei quälendem Reizhusten kann mitunter ein rezeptfreier Hustenstill er (z. B. mit Dextromethorphan oder verschiedenen pflanzlichen Wirkstoffen) infrage kommen. Das gilt insbesondere dann, wenn der Schlaf durch das ständige Husten beeinträchtigt wird.
Lutschtabletten, Gurgellösungen oder Halssprays mit Wirkstoffen wie Benzydamin oder Lidocain bewirken eine leichte oberflächliche Betäubung im Bereich des Rachens. Es stehen auch pflanzliche Präparate zur Verfügung, die reizlindernd und beruhigend wirken sollen.
Bei erkältungsbedingten Schmerzen (z. B. Kopf-, Glieder- oder Halsschmerzen) und Fieber können bei Erwachsenen schmerzlindernde und fiebersenkende Wirkstoffe wie Paracetamol, Ibuprofen, Diclofenac und Acetylsalicylsäure (ASS) Linderung verschaffen. Die sogenannten nicht steroidalen Antiphlogistika (NSAR) Ibuprofen, ASS und Diclofenac haben zusätzlich zur schmerzlindernden und fiebersenkenden Wirkung auch antientzündliche Effekte. Wichtig: Acetylsalicylsäure darf Kindern nicht verabreicht werden.
Es gibt auch Erkältungsmittel, die mehr als einen Wirkstoff enthalten und gegen verschiedene Symptome wirken. So sind zum Beispiel Kombinationspräparate verfügbar, die einen schmerzlindernden und fiebersenkenden Wirkstoff mit einem abschwellenden Wirkstoff vereinen, der bei verstopfter Nase hilft. Wichtig: Auch wenn man sich nach der Einnahme oft deutlich besser fühlt, sollte man sich schonen und ausruhen. Solche Kombinationspräparate sind nicht für Kinder geeignet.
Erkältungskrankheiten werden in den meisten Fällen durch Viren ausgelöst. Antibiotika wirken jedoch nur gegen Bakterien und sind daher bei einfachen grippalen Infekten in der Regel weder sinnvoll noch nötig. Manchmal kommt es allerdings im Rahmen eines viralen Infekts zu einer Zweitinfektion mit Bakterien (z. B. Nasennebenhöhlenentzündung, Mittelohrentzündung). In diesem Fall kann der Arzt eine Antibiotika-Behandlung erwägen.
Wichtig: Lesen Sie immer sorgfältig die Packungsbeilage, bevor Sie selbst Medikamente verwenden oder anderen verabreichen. Ohne Rücksprache mit dem Arzt sollten Arzneimittel weder bei Schwangeren noch bei Kindern zum Einsatz kommen.
Wann zum Arzt?
Eine einfache Erkältung lässt sich in der Regel gut selbst behandeln. Nach einigen Tagen sollte das Schlimmste überstanden sein. Bestimmte Warnzeichen können allerdings auf einen komplizierten Verlauf oder andere Ursachen für die Beschwerden hindeuten – dann sind der Selbstmedikation Grenzen gesetzt und eine ärztliche Abklärung ist erforderlich. Zu diesen Warnzeichen zählen:
- Hohes Fieber oder Schüttelfrost
- Starke Halsschmerzen
- Ohrenschmerzen
- Starke Kopf- und Gliederschmerzen
- Schmerzen beim Atmen oder Husten
- Atemnot
- Schmerzen oder Druckgefühl im Bereich von Stirn, Kiefer und Nasennebenhöhlen
- Eitriger oder blutiger Auswurf
- Verschlimmerung oder ausbleibende Besserung der Beschwerden
Zu den Risikogruppen für schwere Krankheitsverläufe zählen Schwangere, Babys und Kleinkinder sowie ältere und chronisch kranke Menschen. Bei Erkältungssymptomen sollte in diesen Fällen grundsätzlich ein Arzt um Rat gefragt werden.
Tipps bei Erkältung
Erkältung: Häufige Fragen
In den meisten Fällen sind Viren die Ursache einer Erkältung (auch grippaler Infekt genannt). Mehr als 200 verschiedene Virenarten sind bekannt, die erkältungstypische Symptome hervorrufen können. Dazu zählen zum Beispiel die sogenannten Rhinoviren, die hinter etwa der Hälfte aller Erkältungskrankheiten stecken. Nur selten liegt eine bakterielle Infektion zugrunde. Gut zu wissen: Kälte allein reicht nicht aus, um eine Erkältung auszulösen – aber sie macht unsere Schleimhäute anfälliger für die Krankheitserreger.
Ein unangenehmes Kratzen im Hals, Kribbeln in der Nase, Niesreiz und leichtes Frösteln – das können die ersten Anzeichen dafür sein, dass eine Erkältung im Anmarsch ist. Etwa ein bis zwei Tage nach der Ansteckung treten die ersten Symptome auf. Im Verlauf kommt es dann zu Schnupfen, Halsschmerzen und Husten.
Wenn es Sie erwischt hat, sollten Sie sich zunächst einmal etwas Ruhe gönnen und viel trinken. Um Symptome wie Schnupfen, Husten und Halsschmerzen zu lindern, stehen in der Apotheke rezeptfreie Mittel zur Verfügung. Bei verstopfter Nase etwa kann ein abschwellendes Nasenspray kurzzeitig für besseres Durchatmen sorgen. Schleimlösende Mittel können bei festsitzendem Husten oder Sekretstau in der Nase sinnvoll sein. Und bei Halsschmerzen können mitunter wirkstoffhaltige Lutschtabletten oder Halssprays Linderung verschaffen. Bei Kopf- und Gliederschmerzen kommen Schmerzmittel infrage.
In der Regel ist nach 7 Tagen das Schlimmste überstanden. Es kann jedoch durchaus sein, dass sich eine Erkältung auch mal länger hinzieht. Insbesondere Husten kann recht hartnäckig sein. Wichtig ist, dass man seinem Körper Ruhe gönnt – ansonsten kann eine Erkältung auch leicht verschleppt werden und Komplikationen (z. B. Nasennebenhöhlenentzündung, Bronchitis) nach sich ziehen.
Eine gewöhnliche Erkältung kündigt sich normalerweise mit einem leichten Halskratzen und einem Kribbeln in der Nase an. Die typischen Symptome stellen sich langsam ein und Fieber ist bei Erwachsenen eher eine Seltenheit. Im Gegensatz dazu ist eine „echte“ Grippe durch einen plötzlichen Krankheitsbeginn gekennzeichnet: Fieber tritt häufig auf und setzt auch schnell ein. Kopf- und Gliederschmerzen sind bei einer Grippe im Vergleich zur Erkältung besonders stark ausgeprägt.
- 1 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/grundlagen/index.html
- 2 https://www.gesundheitsinformation.de/erkaeltung.html
- 3 https://www.lungeninformationsdienst.de/krankheiten/virale-infekte/erkaeltung/forschungsansaetze/index.html
- 4 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC1564025/























